Belastung stoppen
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Mach nur das, was jetzt ohne zusätzliche Belastung möglich ist.
Setz oder leg dich hin. Verschiebe alles, was nicht dringend ist.
Licht, Geräusche, Bildschirm und Gespräche so weit reduzieren, wie es dir guttut.
Wenn möglich: trinken, etwas Verträgliches essen und notwendige Medikamente nach deinem persönlichen Behandlungsplan einnehmen.
Eine kurze Besserung bedeutet nicht unbedingt, dass die Belastungsgrenze wieder erreicht ist. Gib deinem Körper Zeit.
Bitte eine vertraute Person um eine konkrete kleine Aufgabe – zum Beispiel Essen bringen, einkaufen, einen Termin absagen oder einfach erreichbar sein.
Neue oder ungewöhnlich starke Beschwerden sollten nicht automatisch als PEM/Crash eingeordnet werden. Bei schwerer Atemnot, starken oder anhaltenden Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit, neuen Lähmungen oder Sprachstörungen sowie anderen akuten schweren Symptomen medizinische Hilfe holen. In der Schweiz: Notruf 144.
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Der ME/CFS Verein Schweiz verweist auf zwei aktuelle Beiträge des Berner Landboten. Im Fokus stehen das Krankheitsbild, die weiterhin begrenzten Behandlungsmöglichkeiten, der Forschungsbedarf und die schwierige Versorgung von Langzeitbetroffenen in der Schweiz.
Mehr erfahren →Der Beitrag ordnet neue Fortschritte in der Long-COVID-Forschung ein. Das Verständnis möglicher Krankheitsmechanismen wächst, gleichzeitig fehlt für viele diskutierte Behandlungen weiterhin belastbare Evidenz. Forschungserkenntnisse und bereits gesicherte Therapien werden dadurch klar voneinander getrennt.
Mehr erfahren →Die Leopoldina beschreibt Long COVID und ME/CFS als relevante postinfektiöse Erkrankungen und formuliert mehr als 30 Handlungsoptionen. Im Mittelpunkt stehen bessere Versorgung, stärkere Forschung, eine leistungsfähigere Dateninfrastruktur und Prävention.
Mehr erfahren →Das Deutsche Ärzteblatt greift die Leopoldina-Empfehlungen auf. Thematisiert werden lange Diagnosewege, fehlende spezialisierte Versorgungsstrukturen, symptomorientierte Behandlung sowie der Bedarf an Biomarkern, klinischen Studien und einem besseren Verständnis verschiedener Long-COVID-Untergruppen.
Mehr erfahren →ME Research UK berichtet über mehrere neue Forschungsprojekte. Besonders hervorgehoben wird DISCOVER-ME mit 8 Millionen Euro EU-Horizon-Förderung. Weitere Arbeiten untersuchen unter anderem Gehirn, Muskeln, Gefäße, PEM, Genregulation und Stoffwechsel bei ME/CFS.
Mehr erfahren →Eine in Nature Communications veröffentlichte randomisierte Phase-2a-Studie untersucht den SARS-CoV-2-spezifischen Antikörper AER002 bei Long COVID. Neben einer möglichen therapeutischen Wirkung soll die Intervention Hinweise auf zugrunde liegende Krankheitsmechanismen liefern.
Mehr erfahren →Kleine, reizarme Spiele ohne Zeitdruck. Du kannst jederzeit aufhören.

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Was Pacing bedeutet und warum „durchhalten“ bei PEM nach hinten losgehen kann.
Pacing ist eine Form des Aktivitäts- und Energiemanagements. Ziel ist, körperliche, geistige, emotionale und soziale Belastungen so einzuteilen, dass die persönliche Belastungsgrenze möglichst nicht überschritten und PEM vermieden oder reduziert wird.
Bei ME/CFS kann schon eine für andere Menschen geringe Belastung zu einer verzögerten Symptomverschlechterung führen. Deshalb orientiert sich Pacing nicht daran, was theoretisch möglich wäre, sondern daran, was der Körper wiederholt verträgt.
Auch Gespräche, Bildschirmzeit, Entscheidungen, Lärm, Licht oder längeres Sitzen und Stehen können zur Gesamtbelastung beitragen.
Stell dir deine verfügbare Energie wie einen variablen Rahmen vor. Pacing versucht, Aktivitäten innerhalb dieses Rahmens zu halten und möglichst eine Reserve zu lassen. Der Rahmen kann von Tag zu Tag unterschiedlich gross sein.
Es geht um eine möglichst stabile Balance zwischen notwendiger oder gewünschter Aktivität und ausreichender Erholung.
Statt Duschen + Anziehen + Haare + Haushalt direkt hintereinander: vorher Dinge bereitlegen, wenn möglich sitzen, danach eine geplante Ruhephase einbauen und weitere Aufgaben zeitlich trennen.
Orientiert an den Empfehlungen zum Aktivitäts- und Energiemanagement bei ME/CFS. Pacing muss an die individuelle Belastbarkeit angepasst werden.
Die eigene Belastungsgrenze erkennen und möglichst eine Energiereserve einplanen.
Stell dir deine verfügbare Energie nicht wie einen festen Akku vor, sondern wie einen Rahmen, dessen Grösse sich verändern kann. Pacing versucht, die gesamte Tagesbelastung innerhalb dieses persönlichen Rahmens zu halten. Entscheidend ist nicht, was an einem einzelnen Moment noch möglich erscheint, sondern was dein Körper auch im weiteren Verlauf verträgt.
Schlaf, Infekte, Schmerzen, Kreislaufprobleme, Reize, Stress oder eine vorausgegangene Belastung können den verfügbaren Spielraum verändern. Ein Pensum, das gestern funktioniert hat, muss deshalb heute nicht automatisch passend sein.
Mehrere kleine Belastungen können sich addieren. Deshalb kann ein scheinbar „ruhiger“ Tag trotzdem viel Energie kosten.
Die persönliche Grenze lässt sich nicht millimetergenau messen und PEM kann verzögert auftreten. Eine bewusst eingeplante Reserve kann deshalb helfen, nicht ständig direkt an der vermuteten Obergrenze zu leben.
Der Termin selbst dauert vielleicht nur 45 Minuten. Zur tatsächlichen Belastung gehören aber auch Duschen und Anziehen, Anfahrt, Warten, Gespräch, Reize vor Ort und Rückfahrt. Energy-Envelope-Denken betrachtet deshalb das ganze Paket – und plant davor und danach entsprechend weniger.
Orientiert an CDC- und NICE-Empfehlungen zum individuellen Aktivitäts- und Energiemanagement bei ME/CFS. Die Energy Envelope ist keine exakt messbare Zahl und ersetzt keine medizinische Beurteilung.
Nicht nur Bewegung kostet Energie: auch Denken, Reize, Emotionen und Kreislaufbelastung zählen.
Gehen, Treppen, Duschen, Haushalt, Tragen oder Sport.
Lesen, Schreiben, Planen, Entscheiden, Bildschirmarbeit oder konzentrierte Gespräche.
Stehen und aufrechtes Sitzen können bei orthostatischer Intoleranz zusätzlich belasten.
Licht, Geräusche, Gerüche, Bewegung im Sichtfeld oder viele gleichzeitige Reize.
Zuhören, antworten, mehrere Personen, Telefonate oder längere Besuche.
Sorge, Konflikte, Aufregung – aber auch positive, intensive Erlebnisse können Energie beanspruchen.
Eine einzelne Aktivität enthält oft mehrere Belastungsarten gleichzeitig. Deshalb sagt die reine Dauer nur wenig darüber aus, wie anstrengend etwas tatsächlich ist.
Beim Pacing lohnt es sich, nicht nur die eigentliche Aktivität zu betrachten. Vorbereitung, Weg, Wartezeit und Erholung gehören ebenfalls dazu.
So muss die Lösung nicht immer „Aktivität ganz streichen“ heissen. Manchmal reicht es, einen oder zwei belastende Bestandteile zu verändern.
Einkaufen bedeutet nicht nur Gehen: Liste schreiben und entscheiden (kognitiv), Anfahrt (körperlich/orthostatisch), Licht und Geräusche im Laden (sensorisch), Waren suchen (kognitiv), Schlange stehen (orthostatisch) und Taschen tragen (körperlich). Mögliche Anpassungen wären Lieferung, kleinere Einkäufe, Begleitung, Sitzpause oder eine vorbereitete kurze Liste.
Belastbarkeit ist individuell. Ziel ist nicht, jede Aktivität zu vermeiden, sondern die persönliche Gesamtbelastung besser zu erkennen und – wo möglich – anzupassen.
Warum geplante, reizarme Pausen oft hilfreicher sind als erst bei völliger Erschöpfung zu stoppen.
Wenn eine Pause erst beginnt, nachdem deutliche Symptome eingesetzt haben, kann die Belastungsgrenze bereits überschritten sein. Da PEM verzögert auftreten kann, ist das unmittelbare Gefühl während einer Aktivität kein zuverlässiger Beweis dafür, dass noch ausreichend Reserve vorhanden ist.
Es gibt keine universelle optimale Pausenlänge. Manche Menschen profitieren von häufigen kurzen Pausen, andere benötigen nach bestimmten Aktivitäten längere Ruhe. Sinnvoller als eine starre Minutenregel ist die Frage, ob die Pause tatsächlich Belastung reduziert und ob sich dadurch wiederkehrende Überlastungsmuster vermeiden lassen.
Meditation, Atemübungen, Musik oder geführte Entspannung können angenehm sein – können aber ebenfalls Konzentration oder sensorische Verarbeitung verlangen. Wenn das anstrengend ist, darf eine Pause einfach nur ruhig sein.
Welche Zeichen zuerst auftreten, ist individuell. Wiederkehrende persönliche Muster sind deshalb oft hilfreicher als eine allgemeine Checkliste.
Statt 30 Minuten durchzuarbeiten und erst danach erschöpft ins Bett zu gehen, kann es besser verträglich sein, früher zu unterbrechen: zum Beispiel nach einem individuell verträglichen Abschnitt Bildschirm und Sprache vollständig pausieren, reizarm ruhen und erst danach neu entscheiden, ob weiteres Arbeiten heute sinnvoll ist.
Pausen und Erholungsphasen sollten individuell angepasst werden. Pacing bedeutet nicht Bettruhe als allgemeine Therapie, sondern das Ausbalancieren von Aktivität und Erholung innerhalb der persönlichen Belastbarkeit.
Verstehen, warum Überlastung oft erst später sichtbar wird und gute Tage leicht zur Falle werden können.
Die verzögerte Reaktion und schwankende Belastbarkeit machen die Grenze schwer vorhersehbar.
Statt Haushalt, Einkauf und Telefonate nachzuholen, nur einen Teil erledigen und bewusst Reserve lassen.
PEM verschlechtert sich laut CDC häufig 12–48 Stunden nach Belastung und kann Tage oder länger anhalten.
Puls, Aktivität und Symptome können Hinweise auf persönliche Muster geben – aber keine starre Grenze für alle.
Es gibt keine allgemein gültige Pulsgrenze, die bei jeder Person zuverlässig PEM verhindert. Messwerte sollen Hinweise geben und nicht zum Grenzentesten motivieren.
Kurze Einträge reichen oft. Tracking sollte nicht selbst zur Belastung werden.
Reaktionen wiederholt beobachten und Belastung etwa durch Sitzen, Vorbereitung und Ruhe danach reduzieren – statt eine Zielzahl auszutesten.
Praktische Strategien für Haushalt, Termine, Körperpflege, Bildschirmzeit und soziale Kontakte.
Anfahrt, Warten, Gespräch und Rückweg mitdenken. Multitasking und unnötige Reize reduzieren; Erholung danach freihalten.
Nicht Staubsaugen, Wäsche, Einkauf und Kochen direkt nacheinander: priorisieren, verteilen und Erholung einbauen.
Frühe Veränderungen wahrnehmen und aus verzögerten Reaktionen für die eigene Planung lernen.
Neue oder ungewöhnlich starke Beschwerden medizinisch abklären – besonders Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht oder neue neurologische Ausfälle.
Wenn Wortfindung und Reizempfindlichkeit wiederholt vor späterer Verschlechterung auftreten, kann das ein Signal für eine frühere Pause sein.
Pacing ist individuell. Bei neuen, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte nicht automatisch von PEM ausgegangen werden; medizinische Warnzeichen gehören abgeklärt.
Finde passende Anlaufstellen, ohne dich durch lange Listen kämpfen zu müssen.

Quellen werden mit Aktualisierungsdatum und Zugangsbedingungen ausgewiesen.
Verfahren, Leistungen und wichtige Schritte verständlich erklärt – mit Fokus auf chronische Erkrankungen wie ME/CFS und Long COVID.

Nappi erklärt allgemeine Regeln und typische Abläufe. Entscheidend sind im Einzelfall die Verfügung, die medizinischen und beruflichen Akten sowie die jeweils geltenden gesetzlichen Grundlagen.
Diese Stellen beraten zu IV, Sozialversicherungen und rechtlichen Fragen. Angebote und Zuständigkeiten können je nach Wohnkanton variieren.
Pro Infirmis bietet in der ganzen Schweiz Sozialberatung für Menschen mit Behinderungen und Angehörige. Die Beratung umfasst unter anderem IV und andere Sozialversicherungen und ist grundsätzlich kostenlos und vertraulich.
Zürich: Hohlstrasse 560, 8048 Zürich
Telefon: 058 775 25 25
E-Mail: zuerich@proinfirmis.ch
Der Rechtsdienst berät Menschen mit Behinderungen, Angehörige und Betreuungspersonen zu Sozialversicherungsrecht. Die Beratung ist grundsätzlich unentgeltlich; bei Übernahme eines Mandats kann eine Spesenpauschale anfallen.
Rechtsdienst Zürich: Grütlistrasse 20, 8002 Zürich
Rechtsauskunft: 044 201 58 28 · Montag–Donnerstag, 09:00–12:00
Sekretariat: 044 201 58 27
Procap bietet Beratung und einen spezialisierten Rechtsdienst für Menschen mit Behinderungen. Für weitergehende Beratungen können Mitgliedschafts- beziehungsweise Kostenregelungen gelten.
Procap Rechtsdienst: Frohburgstrasse 4, 4601 Olten
Telefon: 062 206 88 77
E-Mail: rechtsdienst@procap.ch
Für Fragen zum eigenen IV-Verfahren ist die IV-Stelle des Wohnkantons die zuständige Versicherungsträgerin. Die Informationsstelle AHV/IV führt ein aktuelles Verzeichnis aller kantonalen IV-Stellen.
Kontaktdaten geprüft: Oktober 2026. Vor einer Kontaktaufnahme Öffnungszeiten und Zuständigkeit auf der verlinkten Originalseite prüfen.
Anmeldung · Abklärungen · Vorbescheid · Verfügung
Anspruch · Wartejahr · Einkommensvergleich · Rentenstufen
Wiedereingliederung · Belastbarkeit · Arbeitsplatz · Pacing
Lohnersatz · Versicherungsbedingungen · Leistungsdauer
Invalidenleistungen · Versicherungsdeckung · zeitlicher Zusammenhang
Arztzeugnis · Pensum · angepasste Tätigkeit · Arbeitgeber
Befunde · Funktionsniveau · Verlauf · Dokumentation
Einwand · Fristen · Akteneinsicht · Rechtsmittel
Ausgewählte Schweizer Entscheide mit besonderer Bedeutung für medizinische Abklärung, Arbeitsfähigkeit, PEM/Crashs und Eingliederung. Ein Urteil ist immer ein Einzelfall und bedeutet nicht automatisch, dass in anderen Fällen ein bestimmter Leistungsanspruch besteht.
Das Bundesgericht beanstandete die Beurteilung eines CFS-Falls. Weil CFS als Ausschlussdiagnose nicht durch einen einzelnen spezifischen Befund bestätigt wird, darf aus dem Fehlen objektivierbarer Befunde nicht einfach auf Inkonsistenz geschlossen und deswegen eine Arbeitsunfähigkeit verneint werden.
Die Gutachter konnten die Arbeitsfähigkeit nicht aktiv und zuverlässig festlegen. Das Bundesgericht hielt fest, dass eine lediglich medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit nicht genügt, wenn noch ungeklärt ist, ob sie tatsächlich realisierbar ist. Der kantonale Entscheid wurde aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung zurückgewiesen.
Eine medizinisch theoretisch beschriebene Restarbeitsfähigkeit darf nicht ohne Weiteres für die Invaliditätsbemessung verwendet werden, wenn gesundheitliche Auswirkungen verhindern, dass dieses Leistungspotential tatsächlich beruflich realisiert werden kann.
Das Bundesgericht verlangte weitere Abklärungen zur Eingliederungsfähigkeit und gegebenenfalls geeignete therapeutische und sozialberufliche Massnahmen. Erst danach sollte die Arbeitsfähigkeit definitiv beurteilt werden.
Im Long-COVID-Fall fehlte unter anderem eine ausreichende medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der geschilderten wiederkehrenden «Crashs». Auch die konkrete berufliche Tätigkeit war für die Beurteilung nicht ausreichend umschrieben.
Der Entscheid zeigt, warum bei postinfektiösen Erkrankungen nicht nur neuropsychologische Testresultate oder eine Momentaufnahme betrachtet werden sollten. Der Verlauf unter und nach Belastung kann für eine nachvollziehbare Arbeitsfähigkeitsbeurteilung relevant sein.
Urteil ansehen →Das Gericht hiess die Beschwerde gut und wies den Long-COVID-Fall zur erneuten Sachverhaltsabklärung zurück. Nach Auffassung des Gerichts durfte nicht auf die vorhandene psychiatrische und neuropsychologische Begutachtung abgestellt werden.
Auch dieser Entscheid zeigt: Entscheidend ist nicht nur, dass überhaupt ein Gutachten vorliegt, sondern ob es die konkrete Erkrankung und die funktionellen Einschränkungen schlüssig erfasst.
Rechtsprechung Basel-Stadt · Geschäftsnummer IV.2024.77 →Ein mögliches Post-Covid-Syndrom durfte nicht ohne ausreichende medizinische Abklärung verworfen werden. Das Bundesgericht beanstandete insbesondere die Annahme, eine bereits früher bestehende Fatigue schliesse eine zusätzliche gesundheitliche Verschlechterung nach einer Covid-Infektion aus.
Der Entscheid wurde aufgehoben und die Sache für ergänzende medizinische Abklärungen und einen neuen Entscheid zurückgewiesen.
Originalurteil Bundesgericht →Einordnung: Rückweisung bedeutet nicht automatisch Rentenzusprache. Das Gericht verlangt damit häufig zusätzliche oder bessere Abklärungen. Rechtsprechung entwickelt sich weiter – Stand dieser Auswahl: Oktober 2026.
Allgemeine Information zum Schweizer Sozialversicherungsrecht · keine individuelle Rechtsberatung.
Was hilft heute, was wird erforscht – und wie sicher ist die Evidenz?

Forschungsinformationen ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.
Symptome, Begleiterkrankungen und Energiemanagement individuell behandeln.
Immunsystem, Stoffwechsel, Gefässe, Nervensystem und mögliche Biomarker.
Neue Ansätze verständlich einordnen – von ersten Hinweisen bis zu klinischen Studien.
Wie neue Behandlungen geprüft werden und warum kontrollierte Studien wichtig sind.
Wissen, Orientierung und praktische Werkzeuge – in kleinen, übersichtlichen Schritten.

Was ME/CFS und Long COVID sind und wie sie sich unterscheiden oder überschneiden können.
Symptome, Diagnosekriterien, Differentialdiagnosen und Untersuchungen verständlich erklärt.
Post-Exertional Malaise erkennen, mögliche Auslöser verstehen und zeitverzögerte Verschlechterungen beobachten.
Belastungsgrenzen, Ruhe, Aktivität und unterschiedliche Arten von Anstrengung im Alltag einordnen.
Das eigene Funktionsniveau von 0–100 einordnen und Veränderungen im Verlauf festhalten.
Von mild bis sehr schwer: Funktionsniveau, Schwankungen und unterschiedliche Krankheitsverläufe.
Schlaf, Ernährung, Hilfsmittel, Kommunikation, Arbeit und Unterstützung im persönlichen Umfeld.
Pacing bedeutet, Aktivität und Erholung an die individuell verfügbare Energie anzupassen. Besonders bei PEM geht es darum, Überlastung möglichst früh zu erkennen und wiederholte Crashs zu vermeiden.
Pacing ist eine Strategie des Energiemanagements. Aktivitäten werden so geplant, angepasst und unterbrochen, dass die persönliche Belastungsgrenze möglichst nicht überschritten wird.
Ziel: Nicht möglichst wenig tun, sondern mit der vorhandenen Energie möglichst stabil umgehen.
Die sogenannte Energie-Enveloppe beschreibt vereinfacht den Bereich, in dem Aktivität möglich ist, ohne die individuelle Belastungsgrenze deutlich zu überschreiten.
Diese Grenze ist nicht jeden Tag gleich. Infekte, Schlaf, Stress, Temperatur, Termine oder eine vorangegangene Belastung können die verfügbare Energie verändern.
Wichtig: Ein guter Tag bedeutet nicht automatisch, dass wieder die frühere Belastbarkeit vorhanden ist.
Auch mehrere kleine Belastungen können sich im Tagesverlauf addieren.
Ein häufiges Muster ist: An einem besseren Tag wird möglichst viel erledigt, danach folgt eine deutliche Verschlechterung und längere Erholung.
Pacing versucht diesen Wechsel zwischen Überaktivität und Crash zu reduzieren. Dazu kann es sinnvoll sein, auch an besseren Tagen Reserven einzuplanen.
Merksatz: Nicht alles tun, was gerade möglich erscheint – sondern so viel, wie voraussichtlich gut verkraftet wird.
Geplante Pausen können hilfreicher sein als erst dann zu stoppen, wenn deutliche Überlastungssymptome auftreten.
Wie eine gute Pause aussieht, ist individuell. Für manche bedeutet Erholung möglichst wenig körperliche, kognitive und sensorische Aktivität.
Ein einfacher Pacing-Ansatz ist, vor einer Aktivität drei Fragen zu stellen:
Reserve einplanen: Unvorhergesehenes kostet ebenfalls Energie.
Ein wichtiger Teil des Pacings ist, individuelle Warnzeichen zu erkennen. Das können beispielsweise zunehmender Brainfog, Muskelschwäche, Kopfdruck, Schwindel, Herzklopfen oder Reizempfindlichkeit sein.
Ein einfaches Aktivitäts- und Symptomprotokoll kann helfen, Muster zwischen Belastung und einer späteren Verschlechterung zu erkennen.
Manche Betroffene nutzen ihre Herzfrequenz zusätzlich, um körperliche Belastung besser einzuschätzen. Ein Pulsmesser kann Hinweise geben, ersetzt aber nicht die Wahrnehmung der eigenen Symptome und ist kein verlässlicher PEM-Schutz.
Starre allgemeine Pulsgrenzen sind nicht für jede Person geeignet. Besonders bei POTS, Medikamenten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte eine individuelle medizinische Einordnung erfolgen.
Bei ME/CFS sollte Aktivität nicht automatisch nach einem festen Schema gesteigert werden. Wenn eine Steigerung wiederholt PEM auslöst, passt sie nicht zur aktuellen Belastbarkeit.
Bewegung und Rehabilitation sollten individuell angepasst werden und die persönliche Belastungsgrenze respektieren.
Pacing ist flexibel: Umfang und Art der Aktivität dürfen sich mit dem Gesundheitszustand verändern.
Beobachte deine Belastungsgrenze, plane Reserven ein und passe Aktivität so an, dass du möglichst innerhalb deiner aktuell verfügbaren Energie bleibst.
Pacing ist individuell. Bei deutlicher Verschlechterung, neuen Symptomen oder Unsicherheit sollte die Situation medizinisch eingeordnet werden.
Post-Exertional Malaise – kurz PEM – ist eine krankhafte Verschlechterung von Beschwerden nach Belastung. Sie ist ein Kernmerkmal von ME/CFS und kann auch bei einem Teil der Menschen mit Long COVID auftreten.
Bei PEM führt eine körperliche, geistige, emotionale oder orthostatische Belastung zu einer deutlichen Verschlechterung des gesamten Krankheitsbildes. Dabei kann bereits eine Aktivität ausreichen, die vor der Erkrankung problemlos möglich war.
Kurz gesagt: Nicht nur die Energie ist aufgebraucht – bestehende Symptome können stärker werden und zusätzliche Beschwerden hinzukommen.
PEM muss nicht unmittelbar nach der Aktivität beginnen. Die Verschlechterung kann direkt auftreten, aber auch erst Stunden später oder am nächsten Tag deutlich werden.
Die Verzögerung ist tückisch: Während einer Aktivität kann man sich noch relativ stabil fühlen und die Folgen erst später bemerken.
Nicht nur Sport oder körperliche Arbeit können eine Belastungsgrenze überschreiten.
Welche Symptome dominieren, ist individuell und kann sich auch von einer PEM-Episode zur nächsten unterscheiden.
Manche Betroffene bemerken persönliche Warnzeichen, bevor eine stärkere Verschlechterung einsetzt.
Individuell: Solche Zeichen sind keine allgemeingültigen Diagnosekriterien. Sie können aber helfen, die persönliche Belastungsgrenze kennenzulernen.
Normale Erschöpfung
steht meist in einem nachvollziehbaren Verhältnis zur Aktivität
Erholung durch Ruhe und Schlaf
Belastbarkeit kehrt relativ rasch zurück
PEM
unverhältnismässige Symptomverschlechterung
kann zeitverzögert einsetzen
Ruhe führt nicht zwingend zu rascher Erholung
kann mehrere Körpersysteme gleichzeitig betreffen
Wenn sich eine Überlastung ankündigt, ist es meist sinnvoll, zusätzliche Belastungen zu reduzieren und Erholung zu ermöglichen.
Ziel: Pacing versucht nicht, Aktivität vollständig zu vermeiden, sondern innerhalb der individuell verfügbaren Energie zu bleiben und wiederholte PEM möglichst zu verhindern.
Bei ME/CFS sollte eine Aktivitätssteigerung nicht nach einem starren Plan erfolgen, wenn sie wiederholt PEM provoziert. Besonders problematisch ist das wiederholte Überschreiten der individuellen Belastungsgrenze mit anschliessendem Crash.
Bewegung oder Rehabilitation müssen deshalb an Symptome, Belastbarkeit und das Vorliegen von PEM angepasst werden.
Merksatz: Eine gute Phase ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass die Belastungsgrenze verschwunden ist.
PEM kann individuell sehr unterschiedlich aussehen. Neue, ungewöhnliche oder akute Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.
Die Beschwerden können viele Körpersysteme betreffen. Entscheidend ist nicht ein einzelnes Symptom, sondern das Muster, der zeitliche Verlauf und die Veränderung der Belastbarkeit.
Wichtig: Symptome können schwanken. Bei ME/CFS ist besonders das Belastungsmuster mit PEM diagnostisch bedeutsam.
PEM ist das Kernmerkmal von ME/CFS. Beschwerden verschlechtern sich nach einer Belastung, die vor der Erkrankung problemlos möglich gewesen wäre.
Hinweis: Ein Aktivitäts- und Symptomprotokoll kann helfen, zeitverzögerte Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Bei orthostatischer Intoleranz werden Beschwerden im Sitzen oder Stehen stärker und bessern sich häufig im Liegen. Möglich sind Herzrasen, Schwindel, Schwäche, Übelkeit, Kopfdruck oder verstärkter Brainfog.
Zur Abklärung können Puls und Blutdruck im Liegen und Stehen gemessen werden. Je nach Situation kommen ein standardisierter Stehtest oder eine Kipptischuntersuchung infrage.
Es gibt derzeit keinen einzelnen Labortest, Scan oder Biomarker, der ME/CFS zuverlässig bestätigt. Die Diagnose wird klinisch gestellt.
Häufigkeit und Stärke der Symptome werden bei der Beurteilung mitberücksichtigt.
Long COVID kann sehr unterschiedliche Symptome verursachen. Nach der klinischen WHO-Falldefinition treten Beschwerden typischerweise innerhalb von etwa drei Monaten nach einer wahrscheinlichen oder bestätigten SARS-CoV-2-Infektion auf, bestehen mindestens zwei Monate und lassen sich nicht besser durch eine andere Diagnose erklären.
Fatigue, Atemnot und kognitive Beschwerden gehören zu den häufig berichteten Symptomen. Der Verlauf kann schwanken oder Rückfälle zeigen.
Die Auswahl richtet sich nach den individuellen Beschwerden. Ärztinnen und Ärzte können unter anderem Anamnese, körperliche und neurologische Untersuchung sowie gezielte Laboruntersuchungen einsetzen.
Wichtig: Welche Untersuchungen nötig sind, hängt vom individuellen Beschwerdebild ab. Eine wahllose Maximaldiagnostik ist nicht automatisch sinnvoll.
Andere Erkrankungen können einzelne Symptome von ME/CFS oder Long COVID nachahmen oder zusätzlich vorhanden sein. Deshalb gehört eine gezielte Differentialdiagnostik zur Abklärung.
Routine-Laborwerte oder bildgebende Untersuchungen können bei ME/CFS unauffällig sein. Da es aktuell keinen allgemein anerkannten Bestätigungstest gibt, bedeutet ein unauffälliger Standardbefund nicht automatisch, dass keine ME/CFS-Erkrankung vorliegt.
Für die Diagnose zählt das Gesamtbild: Krankheitsgeschichte, Funktionsverlust, PEM, Schlaf, Kognition bzw. Orthostase sowie die gezielte Abklärung anderer möglicher Ursachen.
Diese Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische Untersuchung oder Diagnose.
ME/CFS und Long COVID sind komplexe Erkrankungen, die viele Bereiche des Körpers betreffen können. Es gibt Überschneidungen – trotzdem sind die Begriffe nicht gleichbedeutend.
ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom. Es ist eine schwere, komplexe chronische Erkrankung, bei der mehrere Körpersysteme betroffen sein können – unter anderem die Energie- und Belastungsregulation, das autonome Nervensystem, das Immunsystem, der Schlaf und die Kognition.
ME steht für Myalgische Enzephalomyelitis, CFS für Chronic Fatigue Syndrome. Die Bezeichnungen haben eine unterschiedliche Geschichte und werden nicht überall völlig einheitlich verwendet. In aktuellen medizinischen Leitlinien und einem grossen Teil der Forschung ist ME/CFS die gebräuchliche gemeinsame Bezeichnung.
Der Begriff CFS wird von vielen Betroffenen und Fachpersonen kritisch gesehen, weil „Fatigue“ leicht als gewöhnliche Müdigkeit oder unspezifische Erschöpfung missverstanden werden kann. Ältere CFS-Definitionen waren zudem teilweise breiter als heutige ME/CFS-Diagnosekriterien.
Wichtig: Daraus folgt nicht automatisch, dass ME und CFS nach heutigem medizinischem Konsens zwei eindeutig getrennte Krankheiten sind. NAPPI verwendet deshalb überwiegend ME/CFS, weist aber auf die Diskussion um die Bezeichnungen hin.
Das entscheidende Merkmal ist nicht einfach „Müdigkeit“, sondern die Post-Exertional Malaise (PEM). Nach körperlicher, geistiger, emotionaler oder auch orthostatischer Belastung können sich die Symptome deutlich verschlechtern.
Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen können noch eingeschränkt arbeiten und am Alltag teilnehmen. Schwer Erkrankte können dagegen weitgehend oder vollständig haus- bzw. bettgebunden sein.
Beim Pacing werden Aktivitäten an die individuelle Belastungsgrenze angepasst. Ziel ist, wiederholte Überlastung und möglichst auch PEM zu vermeiden. Ein pauschales „mehr trainieren“ kann problematisch sein, wenn dadurch wiederholt PEM ausgelöst wird.
Kurz erklärt: ME/CFS ist keine normale Erschöpfung. Der Körper kann Belastung krankheitsbedingt nicht normal verarbeiten und sich davon nicht normal erholen.
Long COVID bezeichnet gesundheitliche Beschwerden, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 fortbestehen, neu auftreten oder sich im Verlauf verändern. Es handelt sich nicht um ein einziges einheitliches Krankheitsbild, sondern um unterschiedliche Symptom- und Krankheitsmuster, die mehrere Körpersysteme betreffen können.
Long COVID kann unterschiedliche Bereiche des Körpers betreffen. Dazu gehören unter anderem das autonome Nervensystem, Herz und Kreislauf, Atmung, Immunsystem sowie Gehirn und Kognition. Welche Systeme betroffen sind, unterscheidet sich von Person zu Person.
Bei einem Teil der Betroffenen können sich Beschwerden nach körperlicher, geistiger, emotionaler oder orthostatischer Belastung deutlich und teilweise zeitverzögert verschlechtern. Liegt PEM vor, ist ein vorsichtiger Umgang mit der individuellen Belastungsgrenze besonders wichtig.
Manche Menschen können ihren Alltag noch mit Anpassungen bewältigen, andere sind in Arbeit, Haushalt und sozialem Leben stark eingeschränkt oder zeitweise haus- bzw. bettgebunden. Symptome können schwanken, zeitweise zurückgehen oder wieder stärker werden.
Ein Teil der Menschen mit Long COVID entwickelt ein Krankheitsbild, das die diagnostischen Kriterien für ME/CFS erfüllt. Long COVID und ME/CFS können sich deshalb stark überschneiden, sind aber nicht grundsätzlich dasselbe.
Bei eingeschränkter Belastbarkeit kann es hilfreich sein, Aktivität und Erholung bewusst an die eigenen Grenzen anzupassen. Besonders bei PEM geht es darum, wiederholte Überlastung möglichst zu vermeiden und Veränderungen der Symptome aufmerksam zu beobachten.
Kurz erklärt: Long COVID ist ein Oberbegriff für länger anhaltende gesundheitliche Folgen nach COVID-19. Welche Beschwerden im Vordergrund stehen und wie stark sie den Alltag einschränken, kann von Person zu Person sehr verschieden sein.
Der Begriff Post-Vac-Syndrom wird für länger anhaltende Beschwerden verwendet, die in zeitlichem Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung berichtet werden. Einige der beschriebenen Beschwerden ähneln Symptomen, die auch bei Long COVID oder ME/CFS vorkommen können.
Post-Vac ist nicht dasselbe wie Long COVID: Long COVID bezieht sich auf Beschwerden nach einer SARS-CoV-2-Infektion. Für den Begriff Post-Vac gibt es derzeit keine international anerkannte, einheitliche Falldefinition. Ein zeitlicher Zusammenhang mit einer Impfung beweist zudem nicht automatisch einen ursächlichen Zusammenhang.
Kurz erklärt: Post-Vac beschreibt berichtete länger anhaltende Beschwerden nach einer COVID-19-Impfung. Das Beschwerdebild und mögliche Ursachen werden weiterhin wissenschaftlich untersucht.
Nach COVID-19 kann sich bei einem Teil der Betroffenen ein Krankheitsbild entwickeln, das die Diagnosekriterien für ME/CFS erfüllt. Beide Krankheitsbilder können sich deshalb deutlich überschneiden.
Long COVID beschreibt den Zusammenhang mit einer vorausgegangenen SARS-CoV-2-Infektion. ME/CFS wird anhand eines charakteristischen Beschwerdebildes und definierter Diagnosekriterien eingeordnet.
Long COVID
Ausgangspunkt: SARS-CoV-2-Infektion
Sehr unterschiedliche Krankheitsbilder
PEM kann, muss aber nicht vorliegen
ME/CFS
Kann nach unterschiedlichen Infektionen beginnen
Eigenständiges klinisches Krankheitsbild
PEM ist ein zentrales Diagnosemerkmal
Diese Übersicht dient der Orientierung und ersetzt keine medizinische Diagnose.
Der Schweregrad beschreibt vor allem, wie stark Alltag, Selbstversorgung, Mobilität und Teilhabe eingeschränkt sind. Die Grenzen zwischen den Stufen sind nicht scharf und der Zustand kann schwanken.
Menschen mit mildem ME/CFS können häufig noch Teile von Arbeit, Ausbildung, Haushalt oder sozialem Leben bewältigen, müssen dafür aber andere Aktivitäten reduzieren. Freizeit und Erholung nehmen oft deutlich mehr Raum ein als vor der Erkrankung.
Bei moderatem ME/CFS sind Arbeit oder Ausbildung häufig nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Aktivitäten ausser Haus sind begrenzt, Ruhezeiten werden wichtiger und Unterstützung im Alltag kann nötig werden.
Schwer Erkrankte sind häufig überwiegend hausgebunden und benötigen Unterstützung bei alltäglichen Tätigkeiten. Körperliche, kognitive und sensorische Belastungen können bereits in geringer Dosis Beschwerden verstärken.
Sehr schwer Betroffene können vollständig oder fast vollständig bettgebunden und bei der Körperpflege und Versorgung auf Hilfe angewiesen sein. Licht, Geräusche, Berührung, Gespräche oder aufrechte Körperhaltung können schwer tolerierbar sein.
Symptome und Funktionsniveau können innerhalb eines Tages und über längere Zeiträume schwanken. PEM, Infekte, Schlaf, Stress, Temperatur oder andere Belastungen können den Zustand vorübergehend deutlich verschlechtern.
ME/CFS kann stabil bleiben, schwanken, sich verbessern oder verschlechtern. Einzelne bessere Phasen bedeuten nicht automatisch Genesung. Bei Long COVID sind ebenfalls sehr unterschiedliche Verläufe möglich.
Wichtig: Funktionsniveau und Belastbarkeit sind oft aussagekräftiger als die reine Anzahl der Symptome.
Die Einteilung dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle medizinische Beurteilung.
ME/CFS und Long COVID betreffen nicht nur die erkrankte Person. Ein verständnisvolles Umfeld, praktische Entlastung und realistische Erwartungen können den Alltag deutlich erleichtern.
Aufgaben können priorisiert, vereinfacht, delegiert oder auf mehrere Tage verteilt werden. Ruhezeiten sollten möglichst Teil der Planung sein und nicht erst beginnen, wenn nichts mehr geht.
Bei Reizempfindlichkeit können ein ruhiger Raum, gedämpftes Licht, Kopfhörer oder Ohrstöpsel und kürzere Gespräche hilfreich sein. Auch Bildschirmzeit und mehrere gleichzeitige Reize können Energie kosten.
Je nach Belastbarkeit können reduzierte Arbeitszeiten, Homeoffice, zusätzliche Pausen, ein ruhiger Arbeitsplatz, weniger parallele Aufgaben oder eine schrittweise individuell angepasste Wiedereingliederung helfen. Bei PEM sollte eine Steigerung nicht starr erzwungen werden.
Die Erkrankung ist von aussen oft schwer zu erkennen. Konkrete Aussagen wie „Ich kann heute etwa 20 Minuten sprechen“ oder „Danach brauche ich Ruhe“ können verständlicher sein als ein allgemeines „Ich bin müde“.
Soziale Teilhabe muss nicht immer ein langer Besuch sein. Eine kurze Nachricht, ein stiller gemeinsamer Moment, praktische Hilfe oder ein kurzer Kontakt können Verbindung ermöglichen, ohne die Belastungsgrenze unnötig zu überschreiten.
Pflege und Begleitung können belastend sein. Familie, Freunde, Beratungsstellen, Spitex, Entlastungsangebote oder Selbsthilfe können dabei helfen, Verantwortung zu verteilen.
Was im Alltag hilft, ist individuell und hängt stark vom Schweregrad und von den jeweiligen Symptomen ab.
Die Bell-Skala beschreibt das ungefähre Funktionsniveau bei ME/CFS von 0 bis 100. Sie kann helfen, Veränderungen im Verlauf in einer einfachen Zahl festzuhalten.
100 steht für normales Aktivitätsniveau ohne Symptome, 0 für sehr schwere Einschränkung mit vollständiger Bettlägerigkeit. Dazwischen beschreiben Zehnerschritte unterschiedliche Funktionsniveaus.
Wichtig: Wähle den Wert, der deine tatsächliche Funktionsfähigkeit am besten beschreibt – nicht den Wert, den du gerne erreichen möchtest.
Die einzelnen Originalstufen sind genauer. Der Regler zeigt dir nach der Auswahl die Beschreibung des jeweiligen Zehnerschritts.
Der Bell-Wert kann durch PEM oder andere Faktoren schwanken. Für den Verlauf kann deshalb neben dem Tageswert auch interessant sein, welcher Bereich über mehrere Tage oder Wochen typisch ist.
Die Bell-Skala ist eine grobe Orientierung für Funktionsniveau und Verlauf – kein Diagnosetest.
Die Werkzeuge dienen der persönlichen Orientierung und Verlaufsdokumentation. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose.
Vorlagen, einfache Ideen und kleine Hilfen, die Energie sparen und Organisation leichter machen.

Praktische Vorlagen und Hilfen zum Ausfüllen, Ausdrucken und Organisieren. Nur das nutzen, was dir wirklich hilft.
Wichtige Informationen vorbereiten, ohne im Termin an alles denken zu müssen.
Unkomplizierte Rezepte mit wenigen Zutaten und möglichst wenig Aufwand – entweder kalt zubereitet oder gekocht.
Rezepte für Montag bis Sonntag planen und daraus eine gemeinsame Einkaufsliste erstellen.
Haferflocken, Joghurt oder Milch, Beeren, Banane und Nüsse.
Skyr oder Naturjoghurt mit Beeren, Haferflocken und Nüssen.
Kichererbsen, Tomaten, Gurke, Feta, Olivenöl und Zitronensaft.
Vollkornbrot, Hummus, Gurke, Tomate und Blattsalat.
Thunfisch, weisse Bohnen, Tomaten, Rucola und etwas Olivenöl.
Vollkornbrot mit Avocado, Hüttenkäse, Tomate und Kräutern.
Eier mit TK-Gemüse oder Spinat braten und mit Vollkornbrot servieren.
Vorgekochte Linsen mit passierten Tomaten, Gemüse und Gewürzen erwärmen.
Lachs und Gemüse auf ein Blech geben, würzen und gemeinsam garen.
Vollkornpasta mit passierten Tomaten, TK-Gemüse und Parmesan.
Kichererbsen und TK-Gemüse anbraten, mit Kräutern und Joghurt ergänzen.
Vorgekochten Reis mit Brokkoli erwärmen und mit Ei oder Tofu ergänzen.
Haferflocken, Vollkornpasta, Reis, Linsen, Kichererbsen, Bohnen und Nüsse.
Naturjoghurt/Skyr, Eier, Hummus, Hüttenkäse, Feta und einfaches Gemüse.
TK-Gemüse, Beeren, Vollkornbrot, Fisch und vorbereitete Portionen.
Kleine Veränderungen können Wege, Stehen, Denken und Reize reduzieren. Nimm nur mit, was für dich tatsächlich hilfreich ist.
100 unkomplizierte Rezepte mit wenig Aufwand, Filtern und eigener Einkaufsliste.
Praktische Vorlagen und Hilfen, damit im Alltag weniger im Kopf bleiben muss.
Routinen und kleine Hilfen für ruhigere Abende, Schlaf und bewusste Erholungszeiten.
Kontakte und Beziehungen so gestalten, dass Nähe möglich bleibt, ohne die eigene Energie zu überfordern.
Praktische Ideen, um tägliche Aufgaben mit möglichst wenig Energie zu erledigen.
Energiesparende Möglichkeiten für Duschen, Zähneputzen und die tägliche Pflege.
Wege und Termine so planen, dass möglichst viel Energie für Wichtiges übrig bleibt.
Licht, Geräusche und andere Reize im Alltag gezielt reduzieren.
Ideen gegen Langeweile – passend zur Energie, Konzentration und Reiztoleranz des Tages.
Ein ruhiger Ort für kleine Pausen. Wähle nur das, was sich gerade gut anfühlt.

Nappi macht die Pause mit dir.
Ruhige Inhalte zum Zuhören – ohne dass du auf einen Bildschirm schauen musst.
Sanfte Musik, Naturklänge und ruhige Playlists für deine Pause.
Kleine reizarme Spiele ohne Zeitdruck, Punktejagd oder Stress.
Kurze Entspannungs-, Wahrnehmungs- und Ruheübungen ohne Leistungsziel.
Wähle nach deiner Energie und Stimmung. Du kannst jederzeit wieder aufhören.
Kein Ziel, kein Muss. Wähle eine kurze Begleitung oder höre einfach wieder auf.
Eine sehr kurze, sanfte Pause mit ruhiger Aufmerksamkeit auf den Atem – ohne Vorgaben, wie du atmen sollst.
Eine ruhige Wahrnehmungsübung im Liegen oder Sitzen, ganz ohne Anspannen oder körperliche Leistung.
Nappi begleitet dich gedanklich an einen stillen, angenehmen Ort. Du musst nichts visualisieren können.
Eine besonders ruhige Begleitung für den Abend oder wenn gerade wirklich nichts mehr geht.
Gespräche, Erfahrungen und verständliches Wissen rund um die Erkrankungen.
Ruhige Stimmen, Meditationen und sanfte Begleitung für Pausen.
Einfach zuhören und für einen Moment gedanklich woanders sein.
Interessantes und Unterhaltsames, das nicht zu viel Konzentration verlangt.

Kurze Geschichten, Gedankenreisen und kleine Ablenkungen mit Nappis Stimme.
Bei ME/CFS gilt: Eine Pause muss nichts leisten. Wenn etwas anstrengend wird, darfst du jederzeit aufhören.
Ein ruhiger Ort für Austausch, Fragen und kleine Mutmacher.


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